Mrz 07

Kindermusik hat mehr zu bieten als "Hänschen klein", und außer Rolf Zuckow­ski gibt es jede Menge Bands und Musiker unterschiedlicher Stilrichtungen – dies soll das Kindermusik-Festival im Bürgerhaus Kalk zeigen.

"In Köln ist Kindermusik unterrepräsentiert", ist Paulus Müller von der Band "Pelemele" überzeugt. "Und wir erleben immer wieder, dass Kindermusik nicht ernst genommen wird." Gemeinsam mit anderen Bands und Sängern, die sich der Musik für Kinder verschrieben haben, treffen er und Bandkollege Christoph Fröhlich sich jährlich zum Austausch. Alle zwei Jahre wird ein gemeinsames Musikfestival auf die Beine gestellt. "Es war ein Riesenglück, dass wir dafür das Bürgerhaus Kalk als Partner gewinnen konnten", betont Fröhlich. "Wir sind immer auf der Suche nach Neuem", bestätigt Bürgerhaus-Leiter Georg Kongehl. Er hofft, durch das Festival das Bürgerhaus als Kölner Adresse für Kindermusik zu etablieren. Eltern und Kinder, die das Festival besuchen, verspricht Müller eine große Bandbreite an Mu­sik: "Donikkl und die Weiß­würschtl" dürften erwachsenen Karnevalisten bekannt sein durch die zahllosen Coverversionen von "Stark wie ein Tiger", die Band "Karibuni" hat sich der Weltmusik für Kinder verschrieben und der Düsseldorfer Michael Bradke bringt die Pänz zum Klatschen. Gefördert wird das Festival vom Landesmusikrat NRW, aber dennoch betont Müller, dass alle Musiker und Bands ohne Gage auftreten – Eintrittsgelder und Förderung finanzieren GEMA-Gebühren, Technik und Werbung.

Das Kindermusik-Festival im Bürgerhaus Kalk (Kalk-Mülheimer Straße 58) findet am 14. und 15. Januar statt. Pro Tag sind drei Konzerte mit insgesamt 33 Künstlern geplant, Konzertzeiten sind um 10 (15. Januar, 11 Uhr), 14.30 und 17 Uhr. Kartenbestellung online unter www.buergerhauskalk.de , www.adticket.de , VVK im Café "Kulisse" im Bürgerhaus.

quelle:http://www.koelner-wochenspiegel.de/rag-kws/docs/320431/kalk

Feb 27

22.03.2011 Live Music Hall in Köln

Mehr als 20 Jahre lang war Zakk Wylde Ozzy Osbournes Gitarrist – eine Zusammenarbeit, die eine amtliche Anzahl an Multiplatin-Alben hervorgebracht hat, inklusive Osbournes meistverkauften Alben "No More Tears" (Wylde schrieb die komplette Musik) und "Ozzmosis". Mit seiner eigenen Band, Black Label Society, veröffentlichte Wylde in diesem August das mittlerweile achte Studioalbum. "Order Of The Black" ist eine Mischung aus harten Riffs, gefühlvollen Balladen und tosendem Metal. Nach etlichen Jahren als feste Institution der Ozzfest Tour starten Black Label nun ihre eigene Headliner Tour: "The Bezerkus Tour 2011". Special guest ist die "hardest working unsigned British metal band" (Classic Rock Magazine) Godsized, die auch als die britische Antwort auf Black Label Society gehandelt wird.

Alle Termine:

28.02.11 – Hamburg / Große Freiheit
12.03.11 – Berlin / Huxley’s
13.03.11 – München / Theaterfabrik
22.03.11 – Köln / Live Music Hall

Feb 13

Die Tango-Tänzer des Ensembles „Tango Pasión“ haben in der Philharmonie argentinisches Lebensgefühl versprüht: Zwei Tage lang gastierten die 20 Künstler mit ihrer neuen Produktion „Último Tango“ in Köln.

In eine argentinische Tango-Bar verwandelte das Ensemble Tango Pasión die Bühne der Philharmonie. Zwei Tage lang gastierten die 20 Künstler mit ihrer neuen Produktion „Último Tango“ in Köln. Die sechs Tanzpaare, von denen einige auch privat liiert sind (beispielsweise Melina Sol Greco und Fernando And res Rodriguez ), zeigten das breite Spektrum des Tango – die Übergänge von elegant zu erotisch, von leidenschaftlich zu romantisch, von verspielt zu temperamentvoll waren fließend.

Das großartige Opus Tango Orchestra , das einige der besten argentinischen Tango-Virtuosen vereint, begleitete die Tänzer mit eindringlicher Live-Musik. Vanina Sol Tagini beeindruckte mit ihrem stimmgewaltigen Gesang. So wurde die Show zu einem lebendigen Wechselspiel zwischen Musik und Tanz. Traditioneller und zeitgenössischer Tango verschmolzen zu einer Reise durch die Geschichte des Tanzes und vermittelten einen authentischen Eindruck des argentinischen Lebensgefühls. Immer wieder wirbelten die Männer ihre Tanzpartnerinnen in glitzernden, hoch geschlitzten Kleidern quer über die Bühne.

Seit seiner Gründung 1992 begeistert das Ensemble von Tango Pasión das Publikum am Broadway und in den Metropolen weltweit. Auch bei der Kölner Premiere ließen sich die Zuschauer mitreißen: Lang anhaltender Applaus und Standing Ovations für die von Hector Zaraspe choreografierte und Mel Howard produzierte Bühnenshow. Weitere Termine von „Último Tango“ finden sich im Internet.

 

quelle: http://www.ksta.de/html/artikel/1288741460008.shtml

Feb 02

Er ist der bekannteste Bandleader Deutschlands: James Last, 81 Jahre alt und seit über 60 Jahren im Musikbusiness. Im Frühjahr 2011 bricht Hansi, wie er auch gerne genannt wird, mit seiner Bigband zur "Musik ist meine Welt"-Tour auf, die ihn am 2. April auch in die Kölner Lanxess-Arena führt.

Auch wenn viele bei der Tournee zu seinem 80. Geburtstag glaubten, dass dies die letzte des erfolgreichsten deutschen Orchester-Leiters sei, behauptet dieser trocken: "Erst wenn der Deckel zuklappt, ist es vorbei". Und so geht James Last von März bis April 2011 wie immer nicht auf Kur, sondern auf Tour, wie er selbst gerne bemerkt.

Ob Pop oder Polka, Rock’n’Roll oder Walzer, Jazz oder Klassik – James Last beherrscht jede musikalische Spielart. Er kann auf über 200 goldene Schallplatten und zahlreiche Preise zurückblicken. Bei der bevorstehenden Tournee wird Last neben Songklassikern aus über fünf Jahrzehnten auch aktuelle Hits im Programm präsentieren. Sein Konzert in der Lanxess-Arena beginnt um 19:30 Uhr.

quelle:http://www.koeln.de/koeln/was_ist_los/topevents/james_last_410763.html

Jan 30

Franz Müller-Heuser ist tot

Köln, 31.12.2010. Franz Müller-Heuser, Ehrenpräsident des Deutschen Musikrates und langjähriger Rektor der Hochschule für Musik und Tanz in Köln, ist tot. Er verstarb nach kurzer Krankheit im Alter von 78 Jahren in seiner Heimatstadt Köln.

Müller-Heuser studierte Gesang (Bariton) an der Folkwangschule in Essen. Gleichzeitig studierte er an der Universität zu Köln Musikwissenschaften, Kunstgeschichte und Philosophie und wurde über die "Ästhetik des gregorianischen Gesangs" promoviert. Als Sänger unternahm er neben seiner nationalen Konzerttätigkeit auch Reisen in das europäische und außereuropäische Ausland und machte Schallplatten-, Hörfunk- und Fernsehaufnahmen.

1963 wurde er als Professor für Gesang an die Hochschule für Musik Köln berufen. 1976 erfolgte die Ernennung zum Direktor der Hochschule für Musik Rheinland mit Sitz in Köln. 1989 wurde er zum Rektor der Hochschule für Musik Köln gewählt und verblieb in dieser Funktion bis zu seiner Pensionierung 1997.

Franz Müller-Heuser hat sich herausragende Verdienste um das Musikleben auf nationaler und internationaler Ebene erworben. Seinem beruflichen und ehrenamtlichen Engagement sind viele zukunftsweisende Weichenstellungen zu verdanken – unter anderem als langjähriger Präsident des Deutschen Musikrates, Vorsitzender des Deutschen Kulturrates und als Gründungspräsident der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg.

quelle: http://aktuell.klassik.com/news/teaser.cfm?ID=8406&nachricht=Franz%20M%FCller-Heuser%20ist%20tot

Jan 17

Die Cologne Music Week bietet lokalen Nachwuchsmusikern vom 17. bis 22. Januar eine Plattform. Das Minifestival bildet das Popkultur-Programm der Passagen Interior Design Week sowie der Internationalen Möbelmesse Köln.

Das Programm der Cologne Musik Week erstreckt sich traditionell über sechs Tage. Vom 17. bis 22. Januar verteilen sich die Veranstaltungen – ähnlich wie beim c/o pop-Festival – auf verschiedene Orte. Im Zentrum des Konzertprogramms steht dabei vor allem der Kölner Stadtgarten; hier werden im zur Showbühne umgewandelten Restaurant jeden Abend lokale und regionale Nachwuchsbands und der ein oder andere Geheimtipp präsentiert.

Die dritte Ausgabe der von c/o pop veranstalteten Cologne Music Week bildet wieder das Musik- und Popkultur-Programm der Passagen Interior Design Week sowie der Internationale Möbelmesse Köln.

John Goldtrain machen den Auftakt der Cologne Music Week am Montag, 17. Januar, um 22 Uhr im Stadtgarten-Restaurant. Der Eintritt ist frei. Nil  werden am Dienstag im Stadtgarten-Restaurant ihr Können ab 22 Uhr präsentieren. Mit ihren deutschen Texten stechen die vier Musiker in den jungen Kölner Indiekreisen hervor. Menagerie  erzählen Märchen für Erwachsene und werden diese am Mittwoch, 19. Januar, im Stadtgarten Restaurant dem Publikum vortragen. Die zwei ungewöhnlichen Stimmen der Geschwister Eva und Nils Bardo greifen Probleme der Liebe, des Traums, und des Wahnsinns auf.

Ratatöska  aus Berlin treten am Donnerstag, 20. Januar, im Club Bahnhof Ehrenfeld auf. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet zehn Euro. Die Berliner haben ein Händchen für einen Sound zwischen Reggae, Ska, Dancehall und südlichen Klängen mit deutschen Texten.

Nicht klassisch, nicht stilvollendet

Ebenfalls am Donnerstag sind die Komplizen der Spielregeln zu hören. Das Quintett aus Köln „hat sich überregional zu einer der beeindruckendsten Bands zwischen Indiepop und Avantgarde gemausert – und bringen ihre Version von Postpunk, Post-Hardcore, irgendwas mit Post-, nichts klassisch, nichts stilvollendet“, so der Veranstalter. Beginn im Stadtgarten-Restaurant ist um 22 Uhr.

quelle und weiterlesen unter: http://www.derwesten.de/kultur/musik-und-konzerte/Cologne-Music-Week-Konzerte-und-Partys-id4128450.html

Jan 02

Die Stadt Bottrop lädt zu Beginn des kommenden Jahres wieder zu Konzerten im Rahmen der Reihe "Orgel plus" ein. Vom 1. bis 9. Januar sei in Bottroper Kirchen Orgelmusik in Kombination mit weiteren Instrumenten zu hören, kündigte das Kulturamt der Stadt am Montag an. Den Auftakt des Festivals, das zum 23. Mal stattfindet und unter der Schirmherrschaft von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck steht, macht der Kantor der Duisburger Salvatorkirche, Marcus Strümpe. Er ist an der Orgel von St. Cyriakus im Zusammenspiel mit dem Essener Blechbläserensemble "BrassCination" zu hören.

Im Eröffnungskonzert am 2. Januar sind in St. Cyriakus Deutschlands jüngste Orgelprofessorin, die 28-jährige Mareile Schmidt von der Hochschule für Evangelische Kirchenmusik in Bayreuth, mit dem Deutschen Saxophon-Ensemble zu hören. In weiteren Konzerten spielen Matthias Schlubeck (Panflöte) und Ludger Janning an der Orgel sowie der Organist Jürgen Banholzer mit Margit Übellacker (Hackbrett/Psalterium).

Erstmals werden am 7. Januar um 14.30 und um 16 Uhr Konzerte für Kinder angeboten. Zur Musik aus der Nussknacker-Suite von Peter Iljitsch Tschaikowsky werden junge Tänzerinnen und Tänzer der Ballettschule Zurhausen auftreten. Am Abschlusstag des Festivals sind mit dem Knabenchor des Domes zu Münster, "Capella Ludgeriana", und dem Knabenchor der Chorakademie Dortmund zwei erfolgreiche Chöre in Gottesdiensten in Kirchhellen und in der Herz-Jesu-Kirche in Bottrop zu Gast.

Das Festival "Orgel plus" hat nach eigenen Angaben seit Ende der 80er Jahre mehr als 80.000 Besucher nach Bottrop gelockt. Mittlerweile habe das Konzept, die Orgel in Kombination mit anderen Instrumenten zu präsentieren, Nachahmer gefunden, etwa in der Kölner Philharmonie oder im Salzburger Mozarteum, hieß es. Zu prominenten Musikern in Bottrop zählten etwa der Trompeter Ludwig Güttler, der Klarinettist Giora Feidman, der Dresdner Kreuzchor und der Tölzer Knabenchor.

quelle:http://www.epd.de/west/west_index_83088.html

Dez 17

Nach der vitalen «Entführung aus dem Serail» im «Klein- Istanbul» Köln-Mülheims folgte jetzt «Die Zauberflöte» in der Aula der ehrwürdigen Kölner Universität. Die originellen Schauplätze der Kölner Oper, ursprünglich als Provisorien während der Sanierung des Opernquartiers vorgesehen, entwickeln sich zu einem Erfolgsmodell.
 

So gegensätzlich die Spielorte, so unterschiedlich die Stücke und Inszenierungen.

Der aufklärerische Geist der «Zauberflöte» ist in der Alma Mater gut aufgehoben. Und Regisseur RenŽ Zisterer versagt weder dem Ort noch dem Stück den nötigen Respekt.

Mit einem Minimum an Dekoration und Requisite (Ausstattung: Hyun Chu) und mit völligem Verzicht auf die Freimaurer-Symbolik sieht er das Stück als menschliches Drama im Spannungsfeld von persönlicher Liebe und moralischer Verantwortung. Der Gefahr, dass sich ein für Mozart ungewöhnlich steifer, vielleicht sogar pathetischer Ton einschleichen könnte, entzieht sich Zisterer durch eine liebevoll sanfte Personenführung, die auch Sarastro vom hohepriesterlichen Sockel holt.

Und Mozarts Musik in ihrer schillernden Vielfalt tut ein Übriges. Dezent spielt Zisterer mit liebgewonnenen Bildern: Papageno trägt einen Vogelkäfig, die Königin der Nacht präsentiert sich als «sternflammende» Königin, Monostatos ist schwarz wie ein Sarotti-Mohr, und selbst die Riesenschlange schlängelt sich über die Bühne.

Die wichtigsten Impulse gehen jedoch von der Personenführung un der feinen Lichtregie Nicol Hungsbergs aus. Und nicht zuletzt vom Raum, der stark in das Spiel mit einbezogen wird.

Leider ist das Orchester sehr weit in den Hintergrund gerückt, so dass sich Modestas Pitrenas zu einem robusten Dirigat animiert fühlte, das alles andere als Mozartsche Delikatessen bereit hielt. Die weit in den Zuschauerraum agierenden Sänger erhielten so eine überstarke Dominanz. Angesichts der insgesamt vorzüglichen vokalen Qualität ein Manko, mit dem sich allerdings leben lässt.

Eine wunderbar jugendliche und frische Pamina verkörpert Mojca Erdmann und Lothar Odinius bestätigt als Tamino seinen Ruf als Mozart-Sänger von Rang. Mit einer recht spitzen, aber koloraturgewandten Stimme gestaltet Jeanette Vecchione die Königin der Nacht, ein wenig farblos wirkt der Bariton Miljenko Turks als Papageno, und Stefan Kocáns Bass mangelt es als Sarastro ein wenig an Tiefenschwärze.

Ein interessanter Ausflug in einen ungewohnten Spielort auf hartem Holzgestühl. Aber Uni-Aulen sind ja nicht nur zum Vergnügen da.

Die nächsten Aufführungen von Mozarts «Zauberflöte» in der Aula der Kölner Universität am Albertus-Magnus-Platz: 18., 20., 22., 25., 27. und 29. Dezember.

Quelle: http://www.az-web.de/news/kultur-detail-az/1492930?_link=&skip=&_g=Mozarts-Ausflug-an-die-Uni.html

Dez 04

Das Arthur Kell Quartett im Café Museum in Passau- Heute nochmal zu erleben

Ganze drei Tage lang lebt, arbeitet und spielt das Arthur Kell Quartett aus Brooklyn/New York diese Woche im Café Museum. Die Initiative dazu geht genauso auf die Musiker zurück („Uns gefällt es hier“) wie auf Organisator Paul Zauner, der dabei an eine Jazz-Tradition dachte, in der die Bands oftmals eine ganze Woche in einem Lokal gespielt und geprobt haben. Im Café Museum ist jedenfalls der untere Konzertraum auch untertags für die Musiker reserviert, heute Abend ist die letzte Gelegenheit, zu hören, wie New York nach drei Tagen Passau klingt. Das dürfte gerade im Falle von Arthur Kell besonders interessant sein, da sich bei diesem passionierten Reisenden (Afrika, Italien, Spanien) lokale Eindrücke oft unmittelbar in der Musik, den Songtiteln und entsprechenden Tour-Aufnahmen niederschlagen: Die letzte CD trägt den Untertitel „Live in Germany“ und wurde in Köln und Karlsruhe aufgenommen – und ab Donnerstag gibt es dazu ein „Live in Passau“! Zum ersten Mal überhaupt soll ein Konzert im Café Museum komplett mitgeschnitten werden. Beim ersten Auftritt am Dienstag hat sich eher abgezeichnet, dass hier der Jazz nicht radikal neu definiert werden soll, trotzdem wird kein Konzert gleich klingen.


Zwar gibt es auch im Jazz die Gefahr der Routine, und am Beginn des Abends sah es schon fast danach aus. Doch danach landen sie mit „Louisa Street“ ein atmosphärisch dichtes, sich langsam vorwärtsschleppendes Stück mit fast bluesigen New-Orleans-Referenzen. Und die beiden folgenden vor der Pause blühen richtig bunt und groovig auf. Obwohl jeder der vier Musiker für sich ein ausgesprochen hohes und ausdifferenziertes musikalisches Niveau erreicht hat – der Alleskönner Brad Shepik an der Gitarre genauso wie der äußerst engagierte Saxofonist Loren Stillman – ist vielleicht die Arbeit des Schlagzeugers Mark Ferber einmal hervorzuheben. Er spielt dezent, agil, bringt Leben in Kells Kompositionen, turnt über dessen Bass-Riffs und befindet sich im Handumdrehen in einem Duett mit Stillman. Und alles ohne großen Aufwand, mit scheinbar geringen, aber markanten Mitteln: Da sticht eine getretene Hi-Hat auf halber Zählzeit hervor, dort ein kleines Becken oder ein paar rollende Akzente mit dem Paukenschlägel. Ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen, das macht hier keiner. Moderner, New Yorker Jazz auf höchstem Niveau eben.

quelle: http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-30548791&Ressort=feu&BNR=0

Nov 21

KONZERT Trombone Unit auf Henkellsfeld

Unter dem Schall von sieben Posaunen sei die Stadt Jericho gefallen, heißt es im Buche Josua. Angesichts der acht Posaunen der Trombone Unit Hannover, vor innerem Auge der Fall eines Teiles vom Stuttgarter Hauptbahnhof, begann man auch um den Paul-Bonatz-Bau auf Henkellsfeld zu fürchten. Das aus Studenten und ehemaligen Schülern von Jonas Bylund an der Musikhochschule Hannover formierte Ensemble begann sein Konzert im Marmorfoyer mit den über rasenden Tonrepetitionen weit ausholenden melodischen Bögen des Kriegsgottes Mars aus „Die Planeten op.32“ von Gustav Holst.

Klingender Ehekrach

Ensemble-Mitglied Lars Karlin hatte das Ochesterwerk für acht Posaunen bearbeitet. Der zweite Satz, Venus, war dem Frieden gewidmet, den man hier als wenig erstrebenswerte Spannungslosigkeit erlebte.

Nach dem filmmusikalischen „Madrigal für 6 Posaunen“ von George Delerue wurde es jedoch endgültig lebendig im „Trombone Quartett“ von Saskia Apon. Zumal, wenn man der launigen Moderation des Bassposaunisten Hannes Dietrich folgte und das Werk als Ehekrach zwischen der Komponistin und dem Posaunen-Virtuosen George Wiegel auffasste: unterschwellig brodelnd im ersten, offen aufbrausend im zweiten Satz.

Sprühend vor schwarzem Humor waren auch die Halloween-Gruselscherze im „Scherzo Funèbre“ von Derek Bourgeois. Dank einer gut durchgehaltenen Dramaturgie waren auch die im Stile der 1980er Jahre erweiterten Klangerzeugungen in „Bolos“ von Folke Rabe genießbar. Sie reichten vom Hummelflug-Klang flatternder Dämpfer und sirenenartigen Glissandi bis zu Demontagen des Instruments. Paradestück war schließlich „Osteoblast“ von Derek Bourgeois.

Die acht Kollegen, die neben dem Spaß an der Musik vor allem auch ihr gutes Miteinander zusammenhält, zelebrierten Schneeballgefechtartige Schlag-Abtäusche, als gäbe es auf diesem behäbigen Instrument keine technischen Schwierigkeiten. Im rasenden Tempo überdies berückend klangschön agierte vor allem Michael Zühl, mittlerweile Soloposaunist im Gürzenich-Orchester Köln.

Die Zugabe, ein von Lars Karlin arrangierte Weihnachtslied, hieß „Away in a manger“.

quelle: http://www.wiesbadener-kurier.de/region/kultur/musik/9758276.htm